Trollgedichte


Gefühle


Troll ist ein empfindliches Geschöpf

tu ihm nicht weh absichtlich


denn auch ein Troll der hat Gefühle

zieht sich zurück in seine Höhle


wenn du ihn verletzt

weil es ihn sehr schmerzt


wird erst mal seine Wunden lecken

hoffen dein Sieg wird bitter schmecken


nicht sich rächen, sondern kampflos wird er gehen

und du wirst ihn niemals wiedersehen


Askeline 2009

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Bergwanderung


Ein Troll wollt heute hoch hinaus

Früh macht er sich den Berg hinauf

Unterwegs pfeift er fröhlich vor sich hin

Sieht sich in der Gegend um

Vögel, Gämsen, Murmeltier

Hat er dabei im Visier


Spricht mit dem einen und dem andern

So macht ihm Spaß das Wandern

Er denkt sich Zeit ist's für eine Rast

Schließlich am Ziel ist er fast

Packt den Rucksack von der Schulter

Ist durstig doch sehr munter


Doch – oh weh, oh schreck

Seine Brotzeit, die ist weg

Hat er sie vergessen oder was

Gesicht vor Tränen schon ganz nass

Ein Bussard (Adler?) großes Mitleid hat

Und ihn fragt was ihm denn fehlt


Der Troll klagt nun sein’ Kummer

Ach was eine schreckliche Nummer

Weißt du was wir machen

Sagt der große Vogeldrachen

Setz dich auf mein Rücken bloß

Und dann fliegen wir gleich los


Holen Brotzeit und Getränk

danach dich auf den Gipfel bring

Gesagt, getan und mit viel Spaß

Troll den Kummer ganz vergaß

Spaß macht sehr das Fliegen

So, dass sich die Federn biegen


Am Ende wird dann endlich alles gut

Troll sitzt mit seinem Wanderhut

auf der Spitze von dem Gipfel

klatscht vor Freude in die Hände

und die Geschichte ist zu Ende


Askeline 2009


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Winter


Troll des Morgens vor die Türe tritt

er die Welt ganz weiß erblickt

klar und rein ist heut' die Luft

erfüllt von einem frost'gen Duft

des nachts hat es geschneit

die kalte Jahreszeit, es ist soweit

doch mit Kerzenschein, Tee und Gebäck

findet Troll den Winter auch ganz nett.


Askeline 2009


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Traurig


Ein kleiner Troll in den Bergen
hält nach der Liebe Ausschau
gern würde er sein Rucksack packen
losziehen und sie suchen
doch an einen Fels gebunden
zu stark sind die Ketten
kann er sich nicht befreien
so bleibt er einsam und alleine


Askeline 2010



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über Stock und Stein


Ein kleiner Troll im Walde drin

läuft über Stock und über Stein

doch plumps – da fällt er plötzlich hin

und bricht sich – auweh – ein Bein

da lag er da und jammerte

bis es dann irgendwann dämmerte

kam ein Frosch mit einer Krone auf dem Kopf

und sprach: „Ach, du armer Tropf.

Doch warte eine kleine Weile

ich mach das wieder heile.“

Nun läuft der Troll wieder weiter

und singt ein Lied froh und heiter.


Askeline 2009


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Troll - Jahreszeiten


Troll liebt fast alle Jahreszeiten

nur im Frühling muss er streiten

wegen der Pollen tät er den lieber überspringen

hat nicht mal Luft zum Singen


Doch wenn der Sommer dann zurück ist

er schnell alle Plage vergisst

dann im Wald ist er zu finden

dreht dort täglich seine Runden


ob im Herbst sonnenbuntes Blätterrascheln

oder Stürme die ihn überraschen

egal welches Wetterwechselspiel

ihm wird das Laufen nicht zu viel


Im Winter läuft er gern durchs Moor

nur die Geräusche der Natur im Ohr

Schnee und Frost machen ihm nichts aus

Hauptsache er kommt aus seiner Höhle raus


Askeline 2010


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Blaues Land


Das blaue Land ist nicht sehr klein

und wohnen viele Menschen drin

doch fühl ich mich sehr oft allein

weil ein winz'ger Troll nur bin

drum zieh ich mich in mein Wurzelreich zurück

und in diesem Land find ich mein Glück.


Askeline 2009

 

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Schlechtwettertroll


Der Schlechtwettertroll - wo er auftaucht
gibt's Blitz und Donner, dass es raucht
und alles was sich bewegen kann
flüchtet vor dem Zaubermann

denn in seiner übergroßen Wut
weiß er nicht mehr was er tut
will jemand sich im Weg ihm stellen
die Raserei trifft ihn in Wellen

das Beil des Zorns schwingt er herab
und schafft des Widersachers Grab
Wut und Ärger sind entrinnt
wenn der Troll sich dann besinnt

übrig bleibt ein Scherbenhaufen
doch ist's zu spät dann wegzulaufen
muss mit den Konsequenzen leben
und hofft ihm wird vergeben

Askeline 2010