Im dunklen Turm

was ist aus uns geworden?

Ich hab dich heute angeschaut
und frage mich
was ist aus uns geworden?
du sagst - ich liebe dich
und wartest auf eine Antwort
die ich dir nicht mehr geben kann

fast unerträglich das Zusammensein
nicht weil du jetzt alt und krank bist
das machts für mich so schwer
dich zu verlassen
und du damit
immer noch Macht über mich besitzt

doch alles schreit in mir
nach Freiheit und nach Unabhängigkeit
ich wünsche dir nichts Böses
aber ich wünsche mir dich weg
damit ich wieder leben kann
wie ist das nur passiert
?


©Askeline August 2011


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Dämonen


gerade im Moment
auf einem Weg ins Unbekannte
durch das Dunkel der Gänge nach draußen
sind sie gekommen
die Dämonen
kämpf mit Tränen und mit Trauer
fühl Aussichtslosigkeit und Schmerz
kann mich kaum wehren
doch gibt's den Willen
ihnen zu entkommen
wenn ich nur wüsste wie


© Askeline August 2011


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Sturm


unheilvoller schwarzer Horizont

wie schon lange nicht mehr

kommt rasend auf mich zu

Luft ist schwer und dick

die Vögel sind verstummt


mein Herz hör ich pochen

denk es würd mich sprengen

die Angst hält mich in Schach

und in Erwartung was da kommt

macht sich Ausweglosigkeit breit


die Kehle schürt's mir zu

ich denk ich muss ersticken

kann der Bedrohung nicht entfliehen

bin eingekreist und machtlos

Entsetzen spiegelt sich


duck mich zur Abwehr

Sturm fegt über mich hinweg

ich kämpfe nicht dagegen

lass alles über mich ergehen

hoffend es geht schnell vorüber


doch zuvor peitscht es mich

prügelt und erschlägt mich

ich sterbe tausend Tode

ungeachtet dessen weiß ich

ich steh wieder auf

.

bis zum nächsten Mal...


©Askeline 2010


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~



SELBST


es gibt ein dich und ein bisschen mich

ein uns hat es nie gegeben

wenn ich das auch mal eine Zeit lang geglaubt habe

jetzt wo ich lerne SELBST zu werden

willst du mich daran hindern

legst mir Steine in den Weg

doch solange ich Kraft habe

kämpfe ich um mehr zu werden


©Askeline 2010

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Verboten

.

Warum darf ich nicht singen
und erst recht nicht springen
darf nicht tanzen und nicht lachen
und keine verrückten Sachen machen
bin ein Spielzeug und ein Bild
holst mich nur wie es dir gefällt

Mit schönen Worten mich verführt

hab zwar deine Fäuste nie gespürt
doch geschlagen hast du mich
mit Worten die taten genau so weh
immer kleiner geworden bin ich
so klein dass ich mich selber nicht mehr sah

Hab das alles so sehr satt
doch langsam wendet sich das Blatt
hab gefunden eine Welt
in der ich mach was mir gefällt
wenn sie dir auch schwarz erscheint
dann weil du die Farben darin nicht erkennst

Gewandelt hab ich mich zum Troll
und die Welt wird wie sie sein soll
und ich laufe, laufe so lange ich kann
mit dem Wissen, dass ich irgendwann
den Tanz der Freiheit wieder spür
schließe dann von außen deine Tür


©Askeline 2009


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~



Leere



So Vieles hab ich dir gegeben

Und nichts davon ist mehr geblieben

Nur ein Gefühl der Leere ist noch da

Hast dir genommen Jahr für Jahr

Mich ausgesaugt wie ein Vampir

mein kleines Leben mir

Kann dich nicht einmal noch hassen

Aber auch nicht verlassen

Trotz meiner großen Wut

Fehlt mir dazu der Mut

Ist vorbei die Gelegenheit?

Glücklich war die Vergangenheit



©Askeline 2009



~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Hunger

Essen stillt ihn nicht

den Hunger des Lebens

Wasser stillt nicht

Den Durst nach Liebe

und die Erstarrung

liegt nicht an der eisigen Kälte

der frostige Tag

zieht sich in die Ewigkeit


©Sidanah 2008


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Zukunft

irgendwann gehe ich

verlasse diesen Ort

weine niemandem eine Träne nach

werde keinen hassen,

aber auch keinen vermissen

ohne Ballast gehe ich

was mir bleibt ist –

Zukunft


©Sidanah 2008


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Noch da

Kann nicht gehen

Gibt’s doch zwei

Eines würde mir nicht fehlen

Das andere schon


Kann auch gehen ohne zu verlassen

Werde noch gebraucht

Manchmal kann man alles hassen

Und bleibt doch


©Sidanah 2008


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Leben


Ich lebe nicht

Im hier und jetzt

Träum’ meine Zukunft

Wie sie sein könnte


Die Erfahrung sagt

Mir doch was andres

Noch klammer’ ich

Mich an die Hoffnung


Zu leben


©Sidanah 2008


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Eifersucht


Wie lange ist zu ertragen

was unerträglich ist

wenn kein Raum bleibt frei zu sein

kein Schritt, keine Bewegung unbeobachtet bleibt

Eifersucht

die Luft zum Atmen nimmt

dass man daran fast erstickt


©Sidanah 2007


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~